Als ich zum ersten Mal ein elektromagnetisches Feldmessgerät in die Hand nahm, war das weniger technisches Interesse als Neugier: Sind die Werte neben meinem WLAN-Router oder dem Elektroherd wirklich bedenklich – oder ist das alles harmloses Rauschen? Nach ein paar Messungen, Irrtümern und Aha-Momenten habe ich mir eine einfache, praktikable Vorgehensweise angeeignet, die ich dir hier weiterreiche.
In diesem Artikel erzähle ich dir aus erster Hand, wie ein Feldmessgerät funktioniert, welche Gerätearten es gibt (für elektrische Felder, magnetische Felder, Niederfrequenz und Hochfrequenz) und worauf du beim Messen praktisch achten musst: Positionierung, Messabstände, Frequenzbereiche und typische Fehlerquellen. Genauso wichtig ist die Interpretation der Werte – welche Einheiten du liest, wie du messwerte einordnest und welche Referenzwerte oder Richtlinien als Orientierung dienen können.
Ich gebe dir konkrete Tipps für den Messablauf, zeige dir, wie du Störquellen identifizierst, und erkläre, wann eine Messung aussagekräftig ist und wann Messwerte trügerisch wirken. Am Ende wirst du in der Lage sein, selbst verlässliche Messungen durchzuführen und die Ergebnisse richtig zu bewerten – ohne Panik, aber mit gesundem Pragmatismus. Los geht’s!
Wie ich mit einem elektromagnetischen Feldmessgerät Felder messe, dir zeige, wie du Messergebnisse richtig interpretierst, welche Geräte und Einstellungen ich empfehle und wie du Störquellen ausschaltest
Wenn ich ein elektromagnetisches Feldmessgerät in die Hand nehme, beginne ich immer mit Ruhe und einem klaren Plan: erst die Basislinie messen, dann systematisch Orte und Geräte abklopfen. Ich messe sowohl das niederfrequente Magnetfeld (B-Feld) als auch das elektrische Feld (E-Feld) und - je nach Gerät – die hochfrequenten Funksignale (RF). So bekomme ich ein vollständiges Bild und sehe, ob ein Flüstern im Hintergrund oder ein lauter Hotspot vorhanden ist.
Vor dem start prüfe ich Batteriestand, Kalibrierung und ob das Gehäuse keine Metallteile enthält, die das Messergebnis verfälschen könnten. Ich nutze oft ein kleines Stativ oder eine Verlängerung, damit meine Körperhaltung das Ergebnis nicht beeinflusst – das ist ein häufiger Anfängerfehler.
Es gibt drei grundsätzliche Gerätetypen, die ich verwende: **Gauss-/Magnetfeldmesser** für 50/60 Hz-Felder, **elektrische Feldmessgeräte** (V/m) und **RF-Breitbandmesser** für WLAN/Handy/DECT. Am praktischsten für den Alltag ist ein **Tri-Achsen-Gerät**, weil es die drei raumrichtungen gleichzeitig misst und du nicht ständig drehen musst.
| Gerät (Beispiel) | Typ | Stärke/Trick |
|---|---|---|
| Trifield TF2 | Tri-Achsen (ELF+RF) | gut für Einsteiger, einfaches Mapping |
| Cornet ED88T Plus | Breitband RF + ELF | umfangreiche Frequenzanzeige, mobil |
| Gigahertz HF59B | HF-Spezialist | präzise RF-Messungen, Profi-Tool |
Meine bevorzugten Einstellungen: **Tri-achsen-Modus**, höchste Empfindlichkeit, kurze Averaging (1-3 s) für erste Scans und dann längere Mittelung (30-60 s) für reproduzierbare Werte. Wenn das Gerät einen Peak-Hold hat, schalte ich das ein, um kurzzeitige Spitzen einzufangen.
Beim Messen arbeite ich mit einem klaren Raster: ich markiere Böden und Wände im 50-100 cm Abstand (je nach raumgröße) und messe auf zwei Höhen – Kopfhöhe (ca. 1,6-1,8 m) und Sitzhöhe (0,8-1 m).So wird sichtbar, ob Felder deckenhoch oder nur bodennah sind.
Mein Ablauf sieht so aus: 1) Hintergrund messen (alle Geräte aus), 2) einzelne Geräte an- und ausschalten, 3) Wand- und Bodenraster abgehen, 4) Hotspots detailliert mit Abstandskurven untersuchen. Beim An-/Ausschalten kann ich die Quelle oft direkt zuordnen.
Zur Interpretation: Ich achte auf Einheit und Kontext. Magnetische Felder messe ich in µT (oder mG); elektrische Felder in V/m; HF oft in µW/m² oder V/m. Typische Wohnwerte sind ungefähr: magnetisch im Bereich von 0,01-1 µT (außer direkt an Geräten), elektrisch einige V/m, und RF schwanken stark (von <0,1 µW/m² in ruhigen Ecken bis zu mehreren 1.000 µW/m² direkt neben einem Router).
Wichtig ist, dass Werte allein keinen finalen „Befund“ darstellen: ich vergleiche immer mit dem lokalen Hintergrund und nutze die Ein-/Aus-Tests. Ein plötzlicher Peak, der verschwindet, wenn du das Smartphone entfernst, ist ein klares Indiz für eine Funkquelle.
Für Verdachtsfälle auf Fehler in der hausinstallation gehe ich entlang Steckdosen und Verteiler, halte das Gerät dicht an Kabelverläufe und messe außen an Sicherungskästen. Eine hohe Feldstärke entlang einer Wand kann auf schlecht verlegte Zuleitungen oder auf einen Phasenfehler hinweisen.
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Wenn ich Störquellen ausschalte, arbeite ich systematisch: Smartphones in den Flugmodus, WLAN-Router kurz ausschalten (oder abdecken), Lampen und Kühlschränke nacheinander vom Netz nehmen. Bei Netzstörungen schalte ich auch selektiv Sicherungsautomaten, aber nur wenn ich weiß, welche Verbraucher betroffen sind.
- Abstand erhöhen – die einfachste und effektivste Maßnahme.
- Geräte abschalten – gezielt testen, was den peak verursacht.
- Ferritkerne – für Netz- und Datenkabel kann das viel bringen.
- Neuverlegung – kabel vom Schlafbereich wegführen.
Als zusätzliche Abschirmung nutze ich manchmal geerdete Vorhänge oder spezielle Abschirmfarben für Wände, jedoch bevorzuge ich Maßnahmen an der Quelle (Umsiedeln, filter) – das ist meist nachhaltiger als reine abschirmung.
Zur Validierung dokumentiere ich jede Messung mit Foto, Zeitstempel und Notiz (z. B. „Router an, 1 m vor Gerät, 220 µW/m²“). Wiederholbarkeit ist zentral: dieselbe Messung zu verschiedenen Tageszeiten zeigt, ob ein Feld zeitabhängig ist (z. B. durch Nachbarn, Mobilfunkverkehr oder intelligente Zähler).
Ein paar Tricks, die ich gelernt habe: Halte das Messgerät immer so, dass das Display nach dir zeigt (nicht gegen Metallwände), vermeide Ringe oder Uhren, und lass andere personen draußen bleiben, damit dein Körperfeld nicht stört. Nutze die Peak-Hold-Funktion bei kurzen Pulsquellen wie DECT-Telefonen.
typische Fehler, die ich sehe: Meter zu nah an großen Metallobjekten platzieren, nur einmal messen und dann eine Schlussfolgerung ziehen, oder nicht zwischen niederfrequenten und hochfrequenten Quellen unterscheiden. Immer wieder messe ich bei ausgeschalteten Geräten weiter – das zeigt oft, dass das Problem woanders liegt.
Wenn du die Messergebnisse für eine Webseite oder einen Bericht aufbereitest (SEO-optimiert), vergiss nicht: klare Fotos, beschreibende Alt-Tags, kurze erklärende Überschriften und strukturierte Daten helfen Lesern und Suchmaschinen. Ich beschrifte Messpunkte und lade kleine Grafiken hoch, die Hotspots farblich markieren.
Am Ende: Übung macht den Meister. Ich gehe oft wie ein Mystiker vor – nicht um Zauber, sondern um Aufmerksamkeit: ich lausche den Feldern, teste systematisch und dokumentiere präzise. du kannst das auch; fang mit kleinen Schritten an und du wirst lernen, Messergebnisse sicher zu lesen und Störquellen effektiv auszuschalten.
Fragen & Antworten
Was misst ein elektromagnetisches Feldmessgerät genau - elektrische oder magnetische Felder oder beides?
Ich habe gelernt, dass nicht jedes Gerät beides misst. Manche Messgeräte erfassen nur das elektrische Feld in V/m, andere nur das magnetische Feld in µT, und Kombigeräte liefern beide Größen. Achte beim Kauf stets auf die genaue spezifikation: steht dort „E-Field“, „H-Field“ oder „B-Field“ und welcher Frequenzbereich abgedeckt wird, denn das bestimmt, welche Quellen du tatsächlich beurteilen kannst.
wann macht es sinn, selbst mit einem elektromagnetischen Feldmessgerät zu messen?
Für mich lohnte sich das Messen vor allem bei Verdacht auf belastende Quellen: nahe Hochspannungsleitungen, neben einem Senderstandort, bei WLAN-/DECT-Häufungen oder wenn du gesundheitliche Bedenken hast. Auch bei Umzugsentscheidungen oder zur Überprüfung, ob Abschirmmaßnahmen wirken, ist ein Messgerät praktisch. Wichtig: Wir sind ein Beratungsportal und verkaufen nichts – ich rate immer, Messungen mit klarer Fragestellung durchzuführen.
Wie wähle ich das richtige Gerät – worauf achte ich konkret?
Ich vergleiche zuerst den Frequenzbereich (z. B. 5 Hz-3 GHz für breitbandige Erfassung), Sensitivität (für schwache Felder), ob es E- und/oder B-Feld misst, die Kalibrierfähigkeit sowie Funktionen wie Datenlogging oder Spektralanalyse. Für Haushaltsprüfungen reicht oft ein einfaches, kalibriertes Gerät für 50/60 Hz plus Mobilfunkbänder; für detaillierte Analysen brauchst du ein besseres Spektralanalysator-Feature.
Wie gehe ich bei einer Messung praktisch vor, damit die Werte aussagekräftig sind?
Ich messe stets mehrere punkte in einem Raum (z. B. Eckpunkte, Sitz-/Schlafplatz, Nähe zu Geräten), halte das Gerät in möglichst konstante Ausrichtung und notiere Abstand zu Quellen. Bei Niederfrequenzquellen (z. B.Leitungen) messe ich in verschiedenen Höhen,bei Hochfrequenzquellen (z. B. Router) messe ich an den Aufenthaltszonen. Mehrfachmessungen zu unterschiedlichen Tageszeiten helfen, Aussreißer zu erkennen.
Welche typischen Störquellen verfälschen Messungen und wie vermeide ich sie?
Aus meiner erfahrung sind nahegelegene Metallgegenstände, Handystrahlung, elektrische geräte und sogar Körperhaltung Störfaktoren. Ich schalte nach Möglichkeit benachbarte Elektrogeräte aus, halte Abstand zu metallischen Strukturen und versuche, das Messgerät frei von meinem Körper zu halten (oder verwende einen Stativadapter). Notiere immer, welche geräte an oder aus waren, damit du Messwerte korrekt interpretieren kannst.
Wie interpretiere ich die Messergebnisse - gibt es klare Grenzwerte?
Ich vergleiche gemessene Werte mit geltenden Richtlinien (z. B. ICNIRP) und nationalen Empfehlungen, beachte dabei die Einheit (V/m für E-Feld, µT oder mG für B-Feld). Für Wohnbereiche gelten je nach quelle unterschiedliche Orientierungwerte; oft reicht ein Vergleich mit den Grenzwerten der ICNIRP als Anhalt.Wichtig ist: niedriger ist in der Regel besser, aber eine Überschreitung bedeutet nicht automatisch akute Gefahr – dann sollte eine fachliche Bewertung erfolgen.
Muss ein elektromagnetisches Feldmessgerät kalibriert werden und wie oft?
Aus meiner Praxis: ja,Kalibrierung ist wichtig für verlässliche Werte. Viele Hersteller empfehlen jährliche oder zweijährige Kalibrierintervalle; für berufliche Messungen sind kürzere Intervalle üblich. Wenn du messergebnisse für rechtliche oder technische Nachweise brauchst, verlange eine aktuelle Kalibrierbescheinigung.
Welche Zusatzfunktionen lohnen sich wirklich (z.B. Datenlogger, Spektrumanalyse)?
Ich finde Datenlogging praktisch, wenn du Langzeitprofile brauchst oder sporadische Spitzen erfassen willst. Eine Spektralanalyse ist essentiell, wenn du die Quellen klar identifizieren möchtest (z. B.Funkfrequenzen versus Netzfrequenz). Für schnelle orientierungen reicht oft ein einfaches Breitbandgerät, für Ursachenforschung investiere ich in Geräte mit Spektralübersicht.
Wie finde ich vertrauenswürdige Informationen und Produkte, wenn ihr selbst nichts verkauft?
Ich schaue auf unabhängige Testberichte, Prüfzertifikate und Nutzerbewertungen, achte auf Kalibriernachweise und frage bei Fachstellen oder Messtechniklaboren nach. Da wir nur beraten,verlinke ich bewusst keine anbieter,aber ich empfehle,Geräte mit klaren technischen Daten,internationaler Normen-Konformität und Service-/Kalibrierangeboten zu bevorzugen. Wenn du willst, kann ich dir helfen, eine Checkliste für einen Vergleich zusammenzustellen.
Fazit
Zum Abschluss: Aus meiner Erfahrung ist Messen kein Hexenwerk, aber es braucht Augenmaß und etwas Routine. Ein Feldmessgerät gibt dir wertvolle Hinweise – wenn du weißt, was du misst (elektrisches feld in V/m, magnetisches Feld in µT oder mG), in welchem Frequenzbereich das Gerät arbeitet und ob es RMS-, Spitzen- oder zeitgewichtete Werte anzeigt. Miss an mehreren Stellen und zu unterschiedlichen Zeiten, dokumentiere Position, Höhe und Orientierung des Messgeräts und halte Fotos oder Notizen fest. Nur so bekommst du ein realistisches Bild und vermeidest Fehlinterpretationen durch kurzzeitige Spitzen oder Hintergrundrauschen.Denk dran: Entfernung ist oft schon die einfachste Maßnahme – je weiter weg von der Quelle, desto schwächer das Feld. Wenn du erhöhte Werte findest,prüfe zunächst einfache Schritte (Geräte ausschalten,Kabelführung ändern,Abstand schaffen) bevor du zu aufwändigeren Lösungen greifst.Bei komplexen, intermittierenden oder sehr hohen Messwerten lohnt sich die Beratung durch Fachleute oder der Einsatz spezialisierter Messtechnik (Spektrumanalysator, professionelle Kalibrierung).
Wichtig ist auch, nicht in Panik zu geraten.Grenz- und Richtwerte gibt es, sie hängen aber von Frequenz, Expositionsdauer und nationalen Empfehlungen ab – vergleiche deine Messungen mit anerkannten quellen wie den Empfehlungen deiner Gesundheitsbehörde oder der ICNIRP. Akzeptiere außerdem die Grenzen deines Geräts: nicht alle Messgeräte erfassen alle Frequenzen oder Signalarten gleich gut.
Wenn du das nächste Mal misst, geh systematisch vor: Sensorpositionen wechseln, zeitlich wiederholen, quellen nacheinander ausschalten und alles dokumentieren. So lernst du schnell, welche Quellen wirklich relevant sind und welche messwerte harmlos im Hintergrund bleiben.
Ich hoffe, meine Praxis-Tipps helfen dir beim nächsten Messdurchgang. Wenn du magst,erzähl mir von deinen Messungen oder frag nach spezifischen Situationen – ich teile gern weitere Tricks aus meinen eigenen Messrunden.
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