Die alte Nachbarin – Creepypasta-Wiki

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Der Fahrer des Umzugswagens, in welchem Finns Vater mitfuhr, schien jedes Schlagloch auf dem Weg mitzunehmen. Die Mine seines Vaters verfinsterte sich dabei mit jedem Rumpeln und Klirren, welches die Möbelstücke, durch die Straßenschäden, von sich gaben. Es schien fast so, als bereue er die ganze Sache mit dem Umzug.

Finn selbst jedoch bekam davon nichts mit, da er zusammen mit seiner Mutter, in ihrem Auto vorwegfuhr. Am liebsten wäre sein Vater selbst vorgefahren, da er dem Orientierungssinn, seiner Frau nicht traute, doch es schien ihm wohl noch etwas wichtiger, die Familienmöbel im Auge zu behalten.

Finn starrte die meiste Zeit der Fahrt aus dem Fenster und beobachtete die Bäume, wie sie in regelmäßigen Abständen an dem Autofenster vorbeizogen. Dieser Anblick war fast hypnotisierend, dachte er sich und ohne es zu bemerken, schlief er auf der Rückbank ein.

„Aufwachen, du Faulpelz. Wir sind endlich da!“

Die Stimme seiner Mutter riss ihn aus dem Schlaf. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, sah er wie sein Vater sich hitzig mit dem Fahrer des Umzugsunternehmens, über dessen Fahrkünste stritt. Finn hingegen, wollte lieber sein neues Zimmer inspizieren, doch bevor seine Mutter und er überhaupt das Haus betreten konnten, hörten sie eine Stimme von einem der Balkons über sich rufen: „Hey da unten! ihr müsst die neuen Mieter sein, ich bin Max. Nicht bewegen, ich bin sofort da!“

Mit diesen Worten verschwand der Mann, nur um einen Augenblick später wieder in der Eingangstür zu erscheinen, wo er den Umzugshelfern, welche die schwere Ledercouch versuchten durch die Tür zu bugsieren, den Weg versperrte.

Er entschuldigte sich flüchtig bei den beiden Männern, die ihn grimmig anwiesen gefälligst platz zu machen. Er streckte Finns Mutter die Hand entgegen. „’Tach nochmal, ist ja ganz schön was los heute bei ihnen, aber ich bin sicher, wenn sie erst einmal ausgepackt haben, Fühlen Sie sich bald wie zuhause. Hier sind alle wirklich nett und sie müssen sich auch keine Sorgen wegen Lärm oder der gleichen machen, die einzige Person, die über ihnen wohnt, ist die alte Marlene.“

Ohne zu wissen, wieso er das tat, unterbrach ihn Finn und fragte: “Wie ist sie so?“ Ein wenig verdutzt über diese scheinbar seltsame Frage antwortete der aufdringliche Nachbar: “Nun ja, keine Ahnung, sie hat hier schon gelebt, als ich mit meiner Freundin eingezogen bin. Ich weiß selbst nur wie sie heißt, weil es an ihrem Klingelschild steht, vermutlich sollte ihr mal wer sagen, dass sie da ihren Nachnamen hinschreiben muss und nicht ihren Vornamen, schließlich leben wir in einer Stadt und nicht auf dem Land. Andererseits kann ich mich nicht daran erinnern, sie jemals rausgehen gesehen zu haben.“ Mit einem Stirnrunzeln, fast als würde ihm jetzt erst auffallen, wie ungewöhnlich das ist, verstummte er.

„Vielen Dank, Max das Sie sich uns vorgestellt haben, das ist wirklich lieb von Ihnen“ antwortete seine Mutter mit einem Lächeln im Gesicht. „Wie wäre es, wenn Ihre Freundin und Sie uns am Wochenende zum Abendessen besuchen würden. Dabei können Sie uns ja etwas über die Nachbarschaft erzählen.

Finn verfolgte ihre Konversation nicht weiter, die Umzugshelfer hatten endlich das Sofa in die Wohnung hieven können und er dachte sich, dass sie froh seien konnten, dass seine Familie ins Erdgeschoss zieht. Kaum in der Wohnung angekommen merkte Finn, dass sie etwas kleiner als die Alte war, aber das machte ihm nichts aus, er brauchte eh nicht so viel Platz, da er die meiste Zeit entweder an seinem Computer für sein Abitur lernen würde oder Bücher auf dem Bett las.

Kaum, als alle Kartons in seinem Zimmer waren, begann er damit sich einzurichten. Zuerst wollte er seinen Schreibtisch aufbauen und danach das Bücherregal. Als er jedoch dabei war, sein Bücherregal zu füllen, fiel ihm ein schwerer Sammelband von Stephen King entgegen, so dass er den Halt verlor und von seinem neuen Drehstuhl stürzte. Danach hatte er Kopfschmerzen und blieb den Rest des Tages auf seiner Matratze liegen, da er keine Nerven dafür hatte sein Bettgestell aufzubauen.

Am Abend klopfte es an seiner Tür. Sein Vater trat ein und sagte ihm, dass er und seine Mutter zur Feier des Einzugs etwas essen gehen wollten. Doch Finn hatte immer noch Kopfschmerzen und ihm war etwas schlecht, so dass er keinen Appetit verspürte, geschweige denn die Lust unter Menschen zu sein. Sein Vater gab ihm darauf hin eine Schmerztablette und versprach, ihm die Speisekarte zu schicken, so dass er ihm etwas mitbringen könne.

So lag er also allein in seinem neuen Zimmer und starrte an die nackte Glühlampe an der Decke. Dabei dachte er an sein altes Zuhause, seine Freunde, die er zurücklassen musste und auch an seine neue Schule, die er ab der nächsten Woche besuchen würde. Beim Gedanken daran, neue Menschen kennenzulernen und sich an ein neues Umfeld gewöhnen zu müssen, drehte sich ihm der Magen um. Er war nie besonders gesellig und auch wenn er an seiner alten Schule ein paar gute Freunde gefunden hatte, war er alles andere als beliebt gewesen.

Aber das musste ja nicht so bleiben, dachte er sich und noch bevor er weiter darüber nachdenken konnte, hörte er über sich etwas poltern, als würde jemand mit schweren Stiefeln, in der Wohnung über ihm auf und ab laufen. So viel also zu dem Thema alte ruhige Frau, von der man nichts mitbekam. Doch erschöpft von dem Umzug und seinem Sturz schlief er schnell ein.

 

Einige Wochen später, hatte sich Finn bereits gut an sein neues Leben gewöhnt. Besser, als er anfangs dachte sogar. Er gehörte zwar immer noch nicht zu den coolen Kids, aber dafür hatte er Maria kennengelernt und verbrachte fast jede Pause mit ihr. Er war zufrieden, wie sich alles zu entwickeln schien. Über seine, vielleicht baldige erste Freundin, darüber noch guten Kontakt mit seinen alten Freunden zu haben und das endlich der Alltag in sein Leben Einzug nahm. Alles war in Ordnung, zumindest bis auf das ständige Getrampel, der alten Marlene über ihm. Er hatte schon mehrfach versucht, mit seinen Eltern über die Sache zu sprechen, doch die meinten immer, dass sie es fast gar nicht hörten und seine laute Musik sie viel mehr nerven würde.

Eines Abends saß Finn an seinem Schreibtisch. Vor ihm sein Mathebuch, beschienen von Nichts außer dem Licht seiner Schreibtischlampe. Er grübelte über quadratische Funktionen und Parabeln. Morgen hatte er eine Klausur vor sich und da Mathe eh noch nie sein Fach war, musste er dafür immer länger lernen, als für die meisten anderen Fächer. Doch egal wie sehr er es auch versuchte, er konnte sich nicht konzentrieren. Das Poltern seiner Nachbarin war an dem Abend so laut, dass er keinen klaren Gedanken fassen konnte. Er versuchte es mit Kopfhörern, doch das Geräusch des schweren Stampfens konnte selbst seine Musik nicht ausblenden.

Als er das vierte Mal an ein und derselben, eigentlich leichten Aufgabe scheiterte, packte ihn die Wut. Er griff nach einem seiner Turnschuhe, stieg auf seinen Schreibtisch und schlug so fest gegen die Decke wie er nur konnte. Für den ersten Moment schien dies zu helfen. Es war endlich still und Finn war erleichtert. Warum war er nicht schon eher auf die Idee gekommen. Sicherlich war die alte Frau wohl nicht mehr ganz bei sich und brauchte hier und da einen kleinen Hinweis, dass sie zu laut war.

Gerade als er sich wieder seinen Aufgaben widmen wollte, hörte er über sich ein so lautes Rumpeln, dass man meinen könnte, ein Schrank wäre umgefallen. Frustriert darüber stapfte er ins Wohnzimmer, um seinen Vater zu bitten, bei der alten Frau zu klingeln und für Ruhe zu sorgen. Doch anstatt seiner Eltern fand er nur einen Zettel auf dem Tisch liegen, auf dem seine Eltern geschrieben haben, dass sie ihn nicht beim lernen stören wollten und tanzen gegangen sind. Sie würden gegen zwei Uhr zurück sein. Neben dem Zettel lagen Fünfzehn Euro für Essen.

Kaum hatte er die Nachricht gelesen und wollte nach dem Geld greifen, hörte er schnelle Schritte über sich in der Wohnung in seine Richtung laufen. Ein kalter Schauer überkam ihn, als das Stampfen scheinbar genau über ihm verstummte und von einem Scharben und Kratzen abgelöst wurde. Fast so, als wolle Marlene sich durch die Decke kratzen. Seine Hände zitterten und er bemerkte, wie etwas Adrenalin in ihm hochkroch. Ein blick zur Uhr verriet ihm, dass es kurz vor Mitternacht war.

Er redete sich ein, dass alles in Ordnung sei. Die zwei Stunden, bis seine Eltern zurück wären, könnte er ja auch noch wach bleiben. Dann würde er ihnen von seinem Abend berichten und hoffen, dass sie Ihn für Morgen krankschreiben würden. Schließlich war es ja nicht seine Schuld, dass seine Nachbarin so verdammt gruselig war. Seine Eltern würden das sicherlich verstehen und der Gedanke daran, morgen wahrscheinlich nicht in die Schule zu müssen hellte seine Stimmung ein wenig auf.

Er ging in die Küche, um die Speisekarte einer Pizzeria am Kühlschrank zu studieren. Kaum hatte er die Küche betreten hörte er über sich, wie die alte ihm hinterherlief. Wieder scharrte und kratze sie über der Stelle an der er stand. Diesmal energischer, fast schon wütend. Das Geräusch machte ihn benommen und versetze ihn fast in Trance. Erst, als ihm sein Handy aus der Hand glitt, kam er wieder zu sich. Er hob es auf, doch verspürter keine Lust mehr auf Pizza. Finn eilte in sein Zimmer, schloss die Tür hinter sich und versuchte, sich mit ein paar Folgen auf Netflix abzulenken. Doch das half nichts, die alte Marlene kratze weiter und weiter über Ihm und um so höher er die Lautstärke seiner Boxen stellte, um so lauter schien auch ihr Kratzen zu werden. Finn schaute immer wieder auf die Uhr. Die Zeit schien stehen zu bleiben und die Minuten schleppten sich nur mühsam über das Ziffernblatt.

Kurz vor gab es einen Stromausfall und nun bekam es Finn so richtig mit der Angst zu tun. Er zitterte am ganzen Körper. Als er unverhofft hörte, wie die Wohnungstür aufgeschlossen wurde, war er erleichtert. Auch das Kratzen war verstummt. Finn wollte gerade aus seinem Zimmer platzen und seinen Eltern alles erzählen, doch kaum hatte er einen Schritt Richtung Tür gemacht, wurde er kreide bleich. Er hörte nicht die Stimmen seiner Eltern im Flur. Allgemein klangen die Schritte nicht, wie die von zwei Erwachsenen. Die Schritte die er jedoch hörte waren schwer, langsam und bewegten sich in Richtung seines Zimmers. Vor seiner Tür schienen sie zu verstummen und Finn verfluchte sich in seinen Gedanken tausendfach, seine Zimmertür nicht abgeschlossen zu haben. Er blieb wie angewurzelt in der Mitte des Raumes stehen und konnte an nichts mehr denken. Dieses fürchterliche Kratzen, welches ihn schon den ganzen Abend begleitet hatte überschallte alles andere in seinem Kopf. Langsam begann er aber zu realisieren, dass das Kratzen nicht in seinem Kopf, sondern von der anderen Seite der Tür kam.

Hinweise

Link zum Originalen Text auf creepypasta-wiki.de

Lizenz: Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)

Es wurden keine Änderungen am Text vorgenommen.

5 thoughts on “Die alte Nachbarin – Creepypasta-Wiki

  1. StarSprinter says:

    Ich liebe es, solche Gruselgeschichten zu lesen! Danke für den Tipp mit dem Creepypasta-Wiki.

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  2. ByteMaster says:

    Ich habe diese Creepypasta über die alte Nachbarin gelesen und sie hat mich wirklich verstört!

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  3. Matt says:

    Die Geschichte der alten Nachbarin hat mir einen Schauer über den Rücken gejagt! Sehr gruselig, aber spannend zu lesen!

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  4. Beth says:

    Wow, diese Creepypasta aus dem Creepypasta-Wiki über die alte Nachbarin ist echt gruselig!

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  5. Drew says:

    Das hört sich spannend an! Ich liebe gruselige Geschichten und freue mich darauf, diese Creepypasta zu lesen.

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